Die Visionssuche ist ein Ritual, das in den Traditionen verschiedenster Völker vorkommt. Dabei geht der Suchende für eine längere Zeit alleine nach draußen und lässt alles zurück was ihn von seiner inneren Stimme ablenken kann. Je nachdem wie intensiv die Visionssuche durchgeführt wird, kann sie von einem bis vier Tage dauern in denen nicht gegessen und geschlafen wird. An Ausrüstung gibt es meist nur etwas zu Trinken. Der Visionssucher wählt dafür einen Ort im Wald aus, an dem er einen Kreis aus Maismehl ausstreut, der so groß ist, dass er gut darin sitzen kann und der nur eine kleine Öffnung im Osten hat. In diesem Kreis bleibt er, die gesamte Zeit über aufrecht sitzen.
Durch diese absolute Monotonie kommen schließlich alle Gedanken zur Ruhe und auch der Körper wird langsamer und beginnt durch das Fasten mit einem Entgiftungsprozess.

Während der Visionssuche kommen nun all jene Zeichen auf uns zu, die uns den Weg zu unserer persönlichen Lebensaufgabe weisen: Tierboten, Gefühle, Träume, Intuitionen, Halluzinationen. Dabei durchläuft der Suchende verschiedene Schwellensysteme, fällt oft in tiefe Trauer und will die Suche nicht selten abbrechen. Alle Tiefpunkte bringen ihn dabei auf seiner Suche jedoch auch stark voran.
In der letzten Nacht wird eine Totenwache abgehalten, bei der sich der Visionssucher von allen bereits verstorbenen Menschen verabschiedet, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben. Er unterhält sich mit ihnen als wären sie tatsächlich anwesend, klärt ungeklärte Themen, bedankt sich und schließt seinen Frieden mit ihnen.
Die Visionssuche wird immer von einem Mentor betreut, der sie zusammen mit dem Suchenden Vor- und Nachbereitet. In den europäisierten Varianten bekommen die Suchenden außerdem farbige Bänder mit denen sie ihre Verfassung anzeigen können. Jeden Tag gehen sie zu einem vereinbarten Punkt in der Nähe und hängen dort eines der Bänder auf. Grüne Bänder signalisieren einen guten Zustand, gelbe einen mäßigen und rote den dringenden Wunsch abzubrechen oder den Mentor zu sprechen.

 

Informationen und Termine zu unser diesjährigen Visionssuche finden Sie unter www.wildnisschule.net
 

 
 
     
 
 
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